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Recovery & Pflege4 min Lesezeit17. Juni 2026

Plastische OP – Vorbereitungs-Checkliste

Wie Du Dich optimal auf eine plastische OP vorbereitest – Medikamenten-Stopp, Einkauf & Helfer. Komplette Checkliste 4 Wochen bis OP-Tag.

Medizinisch geprüft von Mustafa Parlak
Facharzt für Plastische Chirurgie · Stand: 17. Juni 2026

Eine gut vorbereitete Patientin oder ein gut vorbereiteter Patient hat weniger Komplikationen, weniger Stress und schnellere Heilung. Hier liest Du Schritt für Schritt, was Du in den 4 Wochen vor Deiner plastischen OP organisieren solltest – damit Du am OP-Tag entspannt ankommst.

4 Wochen vorher: Gesundheit & Lifestyle

Nikotin komplett stoppen Bei Eingriffen mit Hautlappen (Facelift, Brust-, Bauchstraffung) sogar 6–8 Wochen vorher. Auch E-Zigaretten und Nikotinpflaster zählen dazu – Details im Artikel zu Rauchen vor und nach OP.

Alkohol reduzieren Mindestens 2 Wochen vorher komplett pausieren. Alkohol verdickt das Blut, fördert Schwellungen und kann mit Narkosemitteln interagieren.

Bluttests und Voruntersuchungen Termin mit Hausärztin oder Hausarzt für Blutbild, Gerinnung, EKG. Werte rechtzeitig an die Klinik schicken.

Gewicht stabilisieren Keine Diät kurz vor der OP. Drastischer Gewichtsverlust oder -zunahme direkt vor dem Eingriff kann das Ergebnis verschlechtern.

3 Wochen vorher: Medikamente prüfen

Mit dem Operateur durchgehen:

WirkstoffgruppeBeispieleKarenz
AcetylsalicylsäureAspirin, ASS 10010–14 Tage
NSARIbuprofen, Diclofenac7 Tage
Vitamin E hochdosiertSupplemente > 200 IE14 Tage
Fischöl, Omega-3Hochdosierte Kapseln14 Tage
Ginkgo, Knoblauch-ExtraktHochdosierte Präparate14 Tage
Antidepressiva (SSRI)Sertralin, Fluoxetinnur nach Rücksprache
Hormonelle VerhütungPilleje nach Eingriff/Thromboserisiko

Niemals eigenmächtig absetzen:

  • Blutdrucksenker
  • Schilddrüsenhormone
  • Diabetes-Medikamente (Insulin, Metformin)
  • Antiepileptika
  • Antibabypille (immer mit Operateur und Hausärztin klären)

2 Wochen vorher: Organisation

Begleitung für OP-Tag organisieren Du darfst nach Vollnarkose oder Sedierung nicht selbst Auto fahren und solltest in den ersten 24 h nicht allein sein. Idealerweise:

  • Abholung von der Klinik
  • Übernachtung in Deiner Wohnung
  • 1–2 Tage Unterstützung bei Haushalt und Kindern

Krankschreibung planen

  • Kleine Eingriffe: 5–7 Tage
  • Mittlere OPs: 10–14 Tage
  • Große Eingriffe (Bauchstraffung, Facelift, Bodylift): 3–4 Wochen
  • Körperlich anstrengende Berufe: bis zu 6 Wochen

Mehr Details im Artikel zu Arbeiten nach Brustvergrößerung (Logik ist auf andere Eingriffe übertragbar).

Termine in der Heilungsphase canceln Großveranstaltungen, Hochzeiten, Geschäftsreisen für mindestens 3–4 Wochen frei halten.

1 Woche vorher: Einkauf und Wohnung

Lebensmittel-Vorrat:

  • Leichte Kost: Suppen, Joghurt, Smoothies, gedämpftes Gemüse
  • Eiweißreich: Quark, Hülsenfrüchte, Hähnchen, Fisch
  • Mineralwasser ohne Kohlensäure, ungesüßte Tees
  • Ananas, Papaya (enthalten Bromelain – fördern Hämatomabbau)
  • Vermeiden: Fertiggerichte, salzreich, scharf, sehr fettig

Pflegeprodukte und Hilfsmittel:

  • Kompressionswäsche (oft von der Klinik gestellt)
  • Wundauflagen, Pflaster
  • Desinfektionsmittel (Octenisept oder ähnlich)
  • Bequeme, vorne knöpfbare Kleidung
  • Bei Brust-/Bauch-OP: U-Kissen, Keilkissen
  • Trinkflasche mit Strohhalm (bei Gesichts-OP)
  • Schmerzmittel laut Verordnung
  • Thrombosestrümpfe (oft Pflicht)

Wohnung herrichten:

  • Bett höher betten (zusätzliche Kissen)
  • TV-Fernbedienung, Ladekabel, Wasserflasche in Greifnähe
  • Putzen und aufräumen vorher – nicht danach
  • Einkäufe in Augenhöhe lagern (kein Bücken nötig)

3 Tage vorher: Letzter Feinschliff

  • Haare waschen und färben (für ~2 Wochen danach nicht möglich nach mancher OP)
  • Nagellack entfernen (Sättigungsmessung braucht freie Nägel)
  • Wertvolle Gegenstände zu Hause lassen
  • Klinik-Tasche packen (siehe unten)
  • Reise zur Klinik organisieren (Taxi, Begleitperson)

OP-Tag: Was Du mitbringst

Tasche packen:

  • Personalausweis und Versichertenkarte
  • Aufklärungsbögen, OP-Termin-Bestätigung
  • Allergieausweis, Marcumar-Pass etc.
  • Liste aller eingenommenen Medikamente
  • Bequeme Kleidung für die Heimreise
  • Hausschuhe oder rutschfeste Socken
  • Wenig Wertgegenstände
  • Lippenbalsam, Haargummi
  • Ladekabel, eventuell Buch oder E-Reader

Am OP-Morgen:

  • 6 Stunden vorher nichts essen, 2 h vorher nichts trinken (außer Klinik sagt anderes)
  • Duschen mit antimikrobieller Seife (oft verordnet)
  • Kein Make-up, kein Schmuck, keine Kontaktlinsen
  • Keine Bodylotion oder Deo im OP-Bereich
  • Auf jeden Fall pünktlich ankommen – meist 1 h vor OP-Beginn

Mental vorbereiten

Eine OP ist Stress – körperlich und emotional. Was hilft:

  • Realistische Erwartungen (frühestens nach 3–6 Monaten sieht das Ergebnis gut aus)
  • Aufklärungsgespräch ernst nehmen und alle Fragen klären
  • Verlauf der ersten Wochen kennen, damit Schwellungen und Blutergüsse Dich nicht erschrecken
  • Vertrauen zum Team aufbauen – Bauchgefühl ernst nehmen, Zweitmeinung wenn unsicher

Wer noch unsicher ist, ob die richtige Klinik gefunden ist, liest den Ratgeber zum Beratungsgespräch beim Schönheitschirurgen.

Fazit

Eine gute Vorbereitung auf eine plastische OP beginnt 4 Wochen vorher: Nikotin und Alkohol stoppen, blutverdünnende Medikamente in Absprache absetzen, Bluttests machen lassen. In den letzten 2 Wochen Begleitung, Krankschreibung und Einkauf organisieren. In der OP-Woche Wohnung herrichten, Tasche packen, mental einstimmen. Wer sorgfältig vorbereitet, hat weniger Komplikationen, weniger Stress und ein besseres Ergebnis.

Häufige Fragen

Medizinische Quellen

Die Inhalte dieses Artikels basieren auf aktuellen Leitlinien und Fachpublikationen deutscher und internationaler Fachgesellschaften.

  1. [1]
    Postoperative Wundversorgung – S3-Leitlinie
    AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften)
  2. [2]
    Patienteninformationen Plastische Chirurgie
    Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC)
  3. [3]
    Lymphödem nach operativen Eingriffen
    Robert Koch-Institut (RKI)

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt kein persönliches Beratungsgespräch mit einem Facharzt.

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